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Krokus

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Krokus

Krokus sind die Mutter aller Schweizer Metal-Bands. Ihre erfolgreichste Phase hatten sie in den Achtzigern, als sie neben ihrer Schweizer Heimat auch in den USA und Kanada Gold und Platin einheimsen konnten. Ihr Ursprung liegt aber bereits in den Siebzigern. Im kleinen Städtchen Solothurn gründen fünf Jungs 1974 Krokus. Die Urformation besteht aus Fernando von Arb, Chris von Rohr, Freddy Steady, Jürg Nägeli und Tommy Kiefer. Zu dieser Zeit sind Rockschuppen in der Schweiz rar gesät. Mit Auftrittsmöglichkeiten sieht es also mehr als mau aus und so beschließt die Band, einen ungewöhnlichen Schritt zu wagen. Krokus packen ihre Sachen und ziehen nach Spanien an die Mittelmeerküste um. In den Bars, Spelunken und Touribunkern an der Costa Brava sind sie mit ihrem - für die damalige Zeit - aggressiven Sound gern gesehene Gäste. Die vielen Gigs festigen die Band und fügen ihrem Spiel eine professionellere Note hinzu.

Zurück in der eidgenössischen Heimat können sie einen Plattendeal an Land ziehen und



veröffentlichen prompt 1978 "Painkiller". Das 1977 erschienene "To You All" ist eine Kooperation mit der Band Montezuma, in der damals noch die Herren von Arb, Naegeli und Steady spielen, bevor sie sich ganz den Krokussen widmen. "Painkiller" verkauft sich ganz passabel, aber deutlich wird auch, dass der Band ein versierter Sänger mehr als gut tun würde - zu der Zeit steht noch Chris hinter dem Mikro, der sich später dem Bass widmen wird. Nach dem Motto "jetzt erst mal einen Malteser" holen die Schweizer sich dann mit Marc Storace einen ebensolchen ins Boot, der mit seinem Organ ungeahnte Höhen erkunden kann und dazu noch eine ordentliche Portion Blues im Blut hat, die das Ganze verrauchter klingen lässt. Mit "Metal Rendevouz" fliegt dann die Luzie, denn sage und schreibe 150.000 verkaufte Einheiten - und somit dreifach Platin in der Schweiz - stehen am Ende zu Buche.

Da der Bekanntheitsgrad der Band jetzt schon groß ist, verwurstet sie flugs das alte Material in Form von "Early Days", bevor mit "Hardware" ein überaus gutes Album folgt - Jürg Naegeli sitzt dabei hinter den Knöpfchen. "Winning Man", "Celebration" und die Hymne "Easy Rocker" sind Tracks, die live immer wieder gerne gehört werden. Bei einigen Gigs im Anschluss an den Release in England kann die Band antesten, wie Schweizer Metall bei englischsprachigen Hörern ankommt. Anscheinend äußerst gut, denn "einer der besten zwanzig Metal-Acts" (Sounds) setzt zum Sprung über den Kanal und den atlantischen Ozean an. Erste US-Konzerte im Vorprogramm damaliger Größen wie Blue Öyster Cult, Sammy Hagar und Molly Hatchet folgen. 100.000 verkaufte Platten sind das Ergebnis der energiegeladenen Shows in den Staaten. Nach "Hardware" wird Tommy Kiefer durch den jungen Mandy Meier ersetzt, der seine Feuertaufe bei einer England-Tour und bei den Deutschland-Konzerten von Krokus als Support von April Wine besteht, aber zu den Aufnahmen zum nächsten Studioalbum bereits Mark Kohler weichen muss.

Am 1982er Output "One Vice At A Time" scheiden sich die Geister. Die Parallelen zu den zu dieser Zeit gerade zu Superstars aufgestiegenen AC/DC sind mehr als offensichtlich. Zwar gehen Songs wie "Long Stick Goes Boom" ganz gut nach vorne, aber die Frage nach der eigenen Kreativität stellt sich des öfteren. Nichtsdestotrotz wird dieses Album das erfolgreichste der Bandgeschichte. Songs wie das Cover "American Woman" ebnen den Zugang zum nordamerikanischen Markt. Das Ergebnis: Gold in den USA und Kanada.

Mit "Headhunter" geben sie wieder etwas mehr Gas und produzieren im Verbund mit Judas Priest-Knöpfchendreher Tom Allom das bis dato aggressivste Album. Ihr Status in den USA und Kanada festigt sich mit Platin und Gold. In der Schweiz müssen sie sich mit Gold "begnügen". 1984 sitzt - nach einem kurzen Gastspiel von Steve Pace - mittlerweile Jeff Klaven hinter der Schießbude. Mit ihm spielen Krokus auch "The Blitz" ein. Nach dessen Release verlässt Gründungsmitglied Chris von Rohr aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Management die Band. Mittlerweile tief in den Achtzigern angekommen, feiern Krokus international ihre größten Erfolge. "Change Of Adress" und "Alive And Screaming" stehen bei den Fans weiterhin hoch im Kurs, obwohl die Band speziell mit "Change Of Adress" - im Spiegel der Zeit - alles andere als zufrieden ist.

1988 kehrt von Rohr für "Heart Attack" zurück, die Felle bearbeitet mittlerweile ein gewisser Dani Crivelli. Das Album kann sich zwar auch noch ganz gut verkaufen, aber der Niedergang zeichnet sich schon ab. Mit dem original Line Up ist Schicht im Schacht. Fernando von Arb sammelt neue Musiker um sich und liefert mit "Stampede" auch solide Arbeit ab, aber so richtig Krokus ist das nicht mehr. Schweizer Blumen-Metal ohne aufgewärmtes Material ("The Dirty Dozen" und "You Ain't Seen Nothin' Yet") erscheint erst wieder 1995 mit "To Rock Or Not To Be". Chris von Rohr hat sich mittlerweile endgültig von der Band verabschiedet und verdient seine Brötchen als Produzent und Manager (Gotthard) sowie als schriftstellender Musiker, der seine bewegte Vergangenheit verarbeitet ("Hunde wollt ihr ewig rocken?").

Bis zum nächsten echten Output "Rock The Block" ("Round 13" erscheint nur in der Schweiz) vergehen wieder sieben Jahre, während derer sich die verschiedenen Mitglieder ihren eigenen Projekten widmen. Marc Storace steht mit seiner eigenen Band auf der Bühne, während von Arb in bei den "legendären" Butthunter in die Saiten haut.