Music-Atlas


Schweizer Künstler Index
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z

Music-Atlas Navigation
Music-Atlas Startseite
Internationaler
Music-Atlas
Top 20 Hits
Musik Instrumente
Musiker Geburtstage
Musik Fotografie
Schöne Album Covers
Musikerwitze
Links

Durchsuche den Music-Atlas
Great Album Covers
Great Album Covers

 
Previous

Popmonster

Next

Popmonster

Popmonster 1999 bis 2003 Dies ist die Erfolgsgeschichte einer grossen Band (Ø 183 cm). Einer schlauen Band (Weltwoche immer nur im Probeabo). Einer geschmackvollen Band (Led Zeppelin, Depeche Mode, Star-Wars-Soundtrack) Einer belesenen Band (Murakami, Gary Larson und Houellebecq). Einer sportlichen Band (3 Saisonkarten des FC Basel). Einer mörderischen Band (Gerichtsmedizinerin Samantha Ryan und Columbo).

Einer Band, die seit 1999 als Popmonster ihr Unwesen treibt, die uns in ihrer Musik träumerisch schwelgen lässt, uns mit sanften Stimmen verführerisch umgarnt und uns schliesslich mit monströsen Klangwänden an die Wand bläst. Popmonster lieben die Gegensätze. Auch sexuell: Nadia (Frau) trifft auf Jakob (Mann) und Dino (Schlagzeuger). Trotzdem verstehen sie sich gut. Bis heute. Doch blicken wir zurück:

1999 ins Leben gerufen, sicherten sich Popmonster mit ihrem ersten Demo gleich eine CD-Produktion. Sie gewannen den CD-Wettbewerb des Basler Rockfördervereins, garnierten eine Finanzspritze



durch die Kulturabteilungen der Basler Halbkantone. In Eigenregie entstand ihr Debütalbum, das im Jahr 2000 unter dem klassisch-schlichten Titel "Popmonster" veröffentlicht wurde.

Das Werk liess Kritiker aufhorchen. So war in der NZZ zu lesen: "Dank hervorragendem Songwriting und zweckdienlichem Spiel sind aus so unterschiedlichen Elementen wie Folk, Psychedelik, New Wave, Funk, Elektronik-Sounds und Brecht/Weill-Reminiszenzen wunderbar ergreifende Popsongs mit sentimentalem Schmelz entstanden." Uff. Ein langer Satz. Zusammenfassung gefällig? Diese Band kreiert geile, zeitlose Popmusik.

Lob erhielten Popmonster auch von Beginn weg aus Musikerkreisen: für ihre hohe Musikalität, die clever durchdachten Arrangements und die Verflechtung kultverdächtiger Vintage-Sounds (Mellotron, Taurus) mit Loops, verführerischen Gesängen und kunstrockigen Fills. Diese Band kreierte ein Soundgemisch, das in der hiesigen Musiklandschaft mit nichts zu vergleichen ist.

Dieser Meinung waren auch die Lovebugs.

Popmonster

Begeistert vom melancholischen Popmonster, luden sie das Trio als Support-Act zu ihrer CH-Tour 2001 ein. Auf die 15 Konzerte im Lovebugs-Vorprogramm folgte eine eigene Tour de Suisse, verziert mit dem Gewinn des Nachwuchs-Prix-Walo und Auftritten an Festivals wie der AVO Session und BScene.

2002 machte sich das Trio rar. Die Vorproduktion des zweiten Albums stand an. Das Material überzeugte die Winterthurer Indie-Firma Phonag, die Popmonster unter Vertrag nahm. Somit stand fest, dass die zweite Platte nicht mehr auf dem Band-eigenen Label Bassbelle Records erscheinen würde. Eine angenehme Entlastung, konnte sich die Band nun noch stärker auf die Musik konzentrieren.

Im Schichtbetrieb haben Popmonster ab April 2003 ihr neues Album "Destressor" aufgenommen. Zu zweit, zu dritt oder auch alleine stiegen Nadia, Jakob und Dino in den Kleinbasler Untergrund hinunter. Im 30-m2-Heimstudio zauberten sie Sounds und Stimmen auf die Harddisk. Tüfteleien waren an der Tagesordnung.

"Bei einem Song waren wir auf einmal bei 214 Spuren angelangt", erinnern sie sich. "Dann reduzierten wir alles auf maximal 60 Spuren", fügen sie grinsend hinzu. Reduce to the Max. Die 12 neuen Songs wirken weder opulent noch überladen. Im Gegenteil: Die Arrangements sind gradliniger und direkter geworden. Die Gegensätze im Gegenzug grösser. Da haucht Sängerin Nadia Leonti zuckersüss, ehe ein brachiales Gitarrenriff den Kitsch-Appeal auf den erdigen Boden der Realität zurückholt. "Ich mag es, Dinge zu sammeln, aufzutürmen und sie wieder zusammenkrachen zu lassen", sagt die Sängerin und Bassistin, die für den Grossteil der Texte verantwortlich zeichnet.

Drei Texte stammen zudem von Schlagzeuger Dino Tereh: Er ist prädestiniert für lebensbejahende Beiträge, schrieb er in seinem früheren Leben doch eine Seminararbeit über Serienkiller. Die Musik stammt hauptsächlich aus der Feder von Jakob K., der auch für die Gitarrenarbeit zuständig ist. "Mein Ziel war es, die Songs auf diesem Album noch stärker auf den Punkt zu bringen - ohne sie leichter verdaulich zu machen." Das ist ihm gelungen. Der Spagat zwischen Pop und Kunst, Ironie und Hommage, Kitsch und Tiefgang gelingt dem Trio vorzüglich.

Das Soundbild, mit Nadias Stimme, Dinos kraftvollen Grooves und Jakobs Soundtüfteleien ist noch immer unverkennbar. Womöglich auch, weil Popmonster viele der Sounds selber kreieren. So sampelten sie Grillen-Schreie, das Schneiden von Kohlrabi, quietschende Türen, Stein-Schläge oder den Aufprall eines Squash-Balls. Diese vermischten sie mit klassischen Rockinstrumenten, zauberten sorgfältig Effekte hinzu und fügten der Mélange exotisch anmutende Sounds von Instrumenten wie dem Ur-Synthie Stylophone bei. Klingt aufwändig? Ist es auch. Das angenehme und geniale daran ist: Man hört es der Platte nicht an. Die Songs lassen sich als Songs konsumieren und offenbaren ihre Tiefgründigkeit bei mehrmaligem genauem Hinhören. Das spricht für Zeitlosigkeit.

Im Vergleich zum Debütalbum haben Popmonster ihr zweites Album nicht in völliger Eigenregie realisiert. Im August reiste die Basler Band in die slowenische Hauptstadt Ljubljana, drückten ihr Songmaterial dem Produzenten und Tontechniker Janez Krizaj in die Hand, "ein Autist mit feinem Sinn für Ironie", wie Popmonster sagen. Und ein erfahrener Toningenieur, ist Krizaj für seine Arbeit doch mehrmals mit dem "Balkan-Grammy" ausgezeichnet worden. Seine Referenzliste reicht von Hare-Krishna-Produktionen bis zu Laibach - ideale Voraussetzung für das breitgefächerte Range, in dem sich Popmonster bewegen. Derweil Krizaj in seinem Plattenbau-Studio die Mixes fertigte, nutzte das Trio die, für Musiker ideale slowenische Zeitvertriebs-Infrastruktur: Playstation, Squash-Court und Sauna. Nach den anstrengenden, viermonatigen Aufnahmesessions in Basel war endlich Zeit für Entspannung. Böse Überraschungen gabs keine. "Bis auf dass ich feststellen musste, dass Nadia eine Frau ist", wie Dino trocken erwähnt. Nadia kontert, erwähnt Nacktfotos.

Jakob lässt den Blick durch die Kleinbasler Heimat schweifen, vorbei an Geschäften mit Namen wie Hörli Schnyder und Slogans wie Dauerhafte Haarentfernung. Und wünscht sich wohl insgeheim, bald wieder ins Studio abtauchen zu können. Daraus wird vorerst nichts: Ab Mitte Oktober wird Destressor käuflich zu erwerben sein, danach werden Popmonster ihr neues Album im Rahmen einer CH-Tour live vorstellen. Popmonster: Nadia Leonti Vocals, Bass, Keyboards Jakob K. Guitars, Vocals, Programming Dino Tereh Drums, Percussion New Album: Destressor P 81238 Phonag Records AG Booking: Panagency Beat Markwalder beat@panagency.ch Promotion: Phonag Records AG alexandra_steinegger.phonag@edel.com


 

Partners:
sirihacks.net
Hacks for Siri