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Tinu Heiniger

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Tinu Heiniger

Mit viel Gefühl durch das Heimatland

Aargauer Zeitung vom 21 März 2007 von André Widmer

Liedermacher Tinu Heiniger gab in der Aula Gränichen ein dreistündiges, überzeugendes Konzert.

So manch einer der zahlreich erschienenen Zuhörer war wohl überrascht, als Tinu Heiniger bei seinem Konzert in der Gränicher Aula zunächst zur Klarinette griff und virtuos den Blues und Jazz zum Besten gab. Doch die Besucher kamen nicht zu kurz mit dem, weswegen sie eigentlich gekommen waren: seinen Berner Mundartliedern.

Der im Emmental aufgewachsene, noch in Kölliken wohnhafte Liedermacher pendelte gekonnt zwischen verschmitzten und witzigen, aber auch zum Nachdenken anregenden, manchmal selbstironischen Stücken hin und her, schwelgte in der Vergangenheit, trat aber auch als Beobachter der heutigen schnelllebigen Zeit hervor. "Heimatland" heisst eines seiner Alben und eines seiner bekanntesten Stücke - man wähnte sich zeitweise mit dem Heimweh-Emmentaler auf einer Wanderung mit seinem Grossvater in der



geografischen Wiege seiner Kindheit, "ins Emmental, in das ich verliebt bin", wie Heiniger bekannte.

Mit der Anekdote der winterlichen Wanderung von Kölliken über den Rütihof nach Gränichen vor einem Jahr - nach dem Rekordschneefall - spann er einen Faden zum Publikum seiner Wohnregion.
Er liess das Publikum seine heimliche Schweizer Nationalhymne "Luegit vo Bärge und Tal" mitsingen. Auch "Mueterland" ist eine Hymne - die liebliche Hymne an seine Mutter und seine Heimat. Das "Niesenlied", entstanden als Auftrag zum Gemeindejubiläum von Sigriswil, handelt von einer lange zurückliegenden Epoche, als das Volk noch in Herren und Knechte unterteilt war, viele ihr Glück in der überseeischen Fremde suchten und den Berg Niesen verlassen mussten.

Heiniger erzählte von seiner Zeit mit dem Pop-Barden Stephan Eicher, der ihn aus der Schweiz nach Paris entführt habe und er ihn im Gegenzug zurück zu dessen bernischen Wurzeln (was sich übrigens in dessen neuem Album widerspiegelt).

Der Auftritt war eine Mischung aus Heimweh und einem dem Heimatland vorgehaltenen Spiegel - kein Zweiter kann dies mit so viel Witz, aber auch tiefem Sinn vermitteln wie Tinu Heiniger.

 

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